Tag-Nacht-Rhythmus
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Gestern morgen bin ich an einem Bekannten vorbei geradelt, als ich grade auf dem Heimweg war. Er war scheinbar auf dem Weg zur Arbeit und hat hat mir eine Kurznachricht geschickt:
Bis jetzt habe ich ihm nicht geantwortet. Aber dafür schreibe ich ja diesen Artikel. Denn der Gedanke an eine frühmorgendliche Trainingseinheit wollte mich partout nicht verlassen. Dumm nur, dass ich Nachtdienst hatte und am frühen Morgen kaum Muse zum Radfahren habe. Da will ich nur ins Bett. Immerhin habe ich dem Luxus des motorisierten Gefährts zum Nachtdienst wieder abgeschworen und habe mich mit dem Rad zur Arbeit bewegt. Desto mehr ich Auto fahre, desto mehr Spaß macht es mir. Verdammt. Am Freitag Morgen um halb Sieben bin ich aus der Klinik gekommen und hatte ein leicht verlängertes Wochenende vor mir. Die Eckpunkte waren annährend optimal- gutes Wetter, kein Zeitdruck und allerbeste Laune. Hätte ich nur etwas schlafen können! Das Fargo hat sich bestimmt gefreut, dass es nach den einsamen Stunden, die es zum Schutz vor Dieben hinter Mülltonnen fristen musste, kurz vor Sonnenaufgang von seinen Fesseln befreit zu werden und mit mir in den Tag starten zu können. Nach einer langen Nacht habe ich mich so kurz nach Sonnenaufgang aber nur schwerlich aufraffen können, bei 4°C noch einen Umweg zu fahren. Ich war müde und habe gefroren. Ich hatte mehrfach den Eindruck, dass ich kurze eingenickt bin. Das ist mir aber erst wirklich bewusst geworden, als ich mich in einem Graben wieder gefunden habe und mich nicht daran erinnern konnte, gerutscht oder gestürzt zu sein. Gibt es den berüchtigten Sekundenschlaf auch bei Radfahrern?! Den naiven Gedanken, dass mich die Sonne ja wohl irgendwann aufwärmen müßte, habe ich zügig wieder verdrängt. Der Gedanke Wärme hat gleich ein Gedankenkarussell in Bewegung gesetzt, das immer wieder beim Wort Bett geendet hat. Tja. Pustekuchen. Ich habe kurz überlegt, mich einfach auf eine Wiese zu legen und die Augen auszuruhen. Nee. Ging nicht, der Boden war zu feucht und meinereiner unpassend gekleidet. Also bin ich über Felder und Wiesen gefahren und habe es einfach genossen, an der frischen Luft auf dem Rad zu sitzen und gemächlich zu pedalieren aber an Nichts denken zu müssen. Und diese Farben! Die Sonne ging langsam auf und tauchte die Welt in ein völlig anderes Licht. Vergessen sind die Monate, in denen es meist zu kalt und dunkel war. Der Frühling ist da! Die kleinen Blümchen im Harly haben noch geschlafen und ihr Köpfe hängen lassen. Natürlich habe ich sie ganz langsam und leise umkurvt. Ich war auch viel zu ergriffen, als dass ich hätte rasen können. Und die Ballon-Reifen auf dem Fargo haben bestimmt geholfen, die Ruhe im Wald zu wahren. Aber meine Kraft und Energie haben so schnell abgenommen, dass ich unbedingt einen Ort brauchte, an dem ich mich ein bisschen ausruhen konnte. Den habe ich gesucht und bin immer weiter in den Harly gefahren, obwohl ich eigentlich nur wieder nach Goslar wollte. Meine Ruhe habe ich natürlich doch noch gefunden. Und auch noch einen tollen Platz, um die Seele baumeln zu lassen. Ich dachte schon, dass die Bewohner selbst ihre Ruhe haben wollten, aber nach einem kurzen Geschnatter sind sie durch Geräusche von links abgelenkt worden und dann ihres Weges gezogen. Und haben mich müden Kerl einsam und allein zurück gelassen… |





















schöner Bericht, freut mich, dass du durch mich eine Inspiration hattest!
Habe gestern eine Tour von 64 Km gemacht, Harzburg, Torfhaus, Kellwassertal, Okertalsperre, Romkerhall usw.
Seid ihr noch gefahren?
Schöne Story!
Ich bin immer viel zu müde als dass ich nach dem Nachtdienst noch radfahren könnte… Bis bald!
Ich war auch brutal müde. Die Bemerkung, dass ich in einen Graben gefahren bin, war ja nicht gelogen…
Nummer 5! Nummer 5! Schickst du mir das bitte per mail? Die Adresse haste ja. Danke!