Im Marathon-Fieber

Mit meinen knapp 33 Jahren habe ich mich immer erfolgreich davor gedrückt, bei Mountainbike-Rennen zu starten. Zu groß war die Angst, als Letzter ins Ziel zu kommen.

Aber 2010 sollte sich das endlich ändern. Das war mein ganz großes (erstes) Saisonziel. Dafür bin ich in diesem Jahr mehr gefahren als in den vorangegangen und habe fast schon verzweifelt versucht, mich fit zu fahren. Und ich habe versucht an Gewicht zu verlieren. Die Vorsätze waren also nur die Allerbesten- wie immer. Die Umsetzung war dann aber schon eine ganz andere Geschichte. Nicht nur, dass es mir an Motivation gefehlt hat, alleine durch die Gegend zu düsen und das am besten noch direkt nach dem Frühdienst, nein: auch das Wetter hat sich als limitierender Faktor herausgestellt. Sobald es kälter als 12°C war, habe ich mich lieber auf dem Sofa herumgelümmelt als den schlammigen Boden zu durchwühlen.

Auf Schokoladen-Exzesse habe ich größtenteils verzichtet. Leider konnte ich den Nikotin-Konsum nicht abstellen. Aber als großartige Motivatoren waren Lars und Denis immer wieder mit mir auf Touren. Manchmal auch unter Murren, wenn ich unbedingt wieder das Salsa Fargo fahren wollte und den beiden schon vorher klar war, dass es dann eher zügig den Berg hochgehen würde. Vielen Dank euch beiden! Ich freue mich schon auf die jetzt kommenden, entspannten Touren!

Außerdem hatte ich die Möglichkeit bekommen, im Team des Bikeshop Ansorge zu fahren. Das bedeutete nicht nur die Übernahme meiner Auslagen sondern zusätzlich bzw. vor allem auch, dass ich mich nicht blamieren durfte.

Also bin ich letztlich doch nicht so fit an den Start vom 2. Lauf des Harzer MTB-Cups in Altenau gegangen wie ich es mir gewünscht hätte. Aber immerhin hatte ich wieder richtig viel Lust, Fahrrad zu fahren. Ein ganz wichtiger Tipp von Lars war: “Du musst doch einfach nur Fahrrad fahren. So wie immer. Nur schneller!”

Das Wetter war am Sonntag dann auch typisch für den Harz:

Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Tatsache ein Vorteil für mich war. Denn wenn man im Harz wohnt und Mountainbike fahren, muss man wohl oder übel immer wieder über nasse Steine und rutschige Wurzeln. Oder man schiebt. Aber die Blöße wollte ich mir auf jeden Fall ersparen. Und bis auf einige Ausnahmen ist mir das auch ganz gut gelungen.

Um sieben Uhr haben Jens, Erik und ich uns  getroffen, um das Fargo und Teile für den Firmenstand in das Auto zu laden und dann Richtung Altenau zu starten. Ziemlich früh, wenn man bedenkt, dass Rennbeginn erst um 10:30 Uhr war. Aber der Firmenstand wollte ja auch aufgebaut sein. Ich wurde immer nervöser und habe Jens immer wieder zum Lachen gebracht, wenn ich noch einen Kaffee oder ein Glas Cola in mich rein geschüttet und danach noch eine Zigarette angezündet habe. Aber was hätte ich anders machen sollen? Wenn ich meinen Mund aufgemacht habe, kamen auch immer nur Wortfetzen raus… Gott, war ich hibbelig!

Nachdem die erste Gruppe um zehn Uhr gestartet war, hieß es, langsam mal das Trikot über zu streifen und noch ein paar Runden zu drehen. Das Fargo lief, wie es nicht anders zu erwarten war, danke Jo´s und Eriks Support, absolut perfekt. Also bin ich hinter Jens langsam in die Startaufstellung geradelt. Es ist schon beeindruckend, wie schnell die letzten Minuten vor dem Start vergehen.

Wenn dann das Startsignal gegeben wird und unzählige Schuhe in die Pedale eingeklickt werden und sich der Tross in Bewegung setzt. Jens war kurz nach dem Start auch nicht mehr zu sehen und ich habe daher einfach versucht, mein Tempo zu finden (also: so schnell wie´s geht). Irgendwann habe ich ihn dann wieder eingeholt und sogar überholt.

Und ich habe immer wieder  andere Teilnehmer überholt. Natürlich bin ich auch immer wieder überholt worden. Cool! Das hat echt Spaß gemacht!

Die Strecke war zum Teil total schlammig und rutschig. Aber wie gesagt: Heimvorteil für Harzer!

Als kleines Ziel hatte ich mir eine Zeit unter zwei Stunden gewünscht. Das habe ich leider nicht erreicht. Aber immerhin habe ich mit 2:01:36 auf 38,90km einen Schnitt von 19,19km/h erreicht und das war angesichts der Umstände schon ziemlich gut, finde ich. Ich bin als 35. von 155 Startern ins Ziel gekommen. Auch gut. Und als Bonbon haben wir beim Firmen-Cup den 4. Platz erreicht. Also können wir uns richtig ärgern, denn zum dritten Platz haben uns dort nur knappe sechs Minuten gefehlt. Jens hat in seiner Altersgruppe übrigens den neunten Platz erreicht- herzlichen Glückwunsch!

Aber egal- geschafft!

Und das Fargo hat es auch überstanden…

Und ich hoffe gehe mal davon aus, dass es nicht mein letztes Rennen war…

Ich habe noch ein paar Bilder von Dirk Bautz bekommen, der Jens und mich unterwegs ziemlich gut abgelichtet hat. Vielen Dank dafür! Auf seine Seite kommst Du hier entlang: www.pics.bautz.info

Und mein Lieblingsbild für 2010 ist dies hier:

12 Kommentare

  1. Christian

    Herzlichen Glückwunsch! War das wirklich das erste Rennen für Dich? Kann ich gar nicht glauben…

  2. Lars

    na wenn da jetzt nicht mal einer blut geleckt hat…
    Glückwunsch auch von mir.
    Bei trockenen Bedingungen wäre bestimmt noch was drin gewesen. Oder besser gesagt der Geschwindigkeits-Vorteil des Fargo hätte sich noch besser nutzen lassen.
    Auf der Forstautobahn ist der Eimer wirklich ´ne Macht, wie ich schon mehrmals leidvoll erfahren mußte;-)

  3. Aber die Waldweg-Patrouille macht jetzt erstmal Pause. Ab jetzt werden wieder Trails gefahren! Der nächste anvisierte Start ist erst im August in Braunlage. Mal schauen, ob das was wird. Danke für die Glückwünsche!

  4. Sascha

    Respekt! Hat das Fargo eigentlich eine Rennrad-Übersetzung? Schaut ja fast so aus. Aber bei dem Dreck kann ich es nicht richtig erkennen. ;)

  5. Yes, da steckt hinten eine 10fach SRAM-Kassette drauf. Trotzdem bin ich die Berge meistens hoch gekommen. Hätte ich ja nicht gedacht…

  6. Silence

    Nabend schön und Glückwunsch, entgegen Deines Lampenfiebers siehst Du auf den Bildern aber stets entspannt und glücklich aus… wieder mal tolle Fotos und ein netter Text…Danke und viele liebe Grüße

  7. Danke danke. Die. Bilder sind ja zum Teil auch erst nach dem Rennen entstanden. Und da war ich durchaus glücklich. Zufrieden mit mir selbst- und erschlagen von den neuen Eindrücken…

  8. Niklas

    Meinen Respekt zollend lasse ich mal einen dicken fetten Gruß und meinen Glückwunsch zu dieser ordentlichen und gebührlichen Leistung.
    Das coolste ist das Du mit dem Fargo gefahren bist.

    Ich klingel nachher mal durch weil ich wegen B-Day fragen wollte. Hoffe ich bin mittags wieder da, sonst gen abend.

    Best wishes

  9. Das Fargo ist eine Waffe auf Forstautobahnen. Da hat Lars schon recht. Ich habe es auch ziemlich bewußt für den Tag gewählt. Alle anderen Räder hatten mich sicherlich schneller voran gebracht. Du musst das Fargo einfach mal fahren!

  10. Micha

    ja von uns aus auch noch Glückwünsche! Und super das das mit dem Fargo doch noch geklappt hat, war ja beim letzten mal noch nicht raus. Grüße von Vera und Micha

  11. Ich habe mal ein paar Bilder hinzugefügt. Die sind alle von Dirk Bautz. Vielen Dank dafür!

  12. Nils

    Das letzte Bild von dir sieht aus wie ein Werbebild für das
    Fargo. Sehr cool. Der Typ hat ja Unmengen von Rennen besucht.
    Krass!